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Das Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologie hat einen Arbeitskreis für Lehrkräfte aus allen Schularten gegründet. Erste Workshops sind ab Herbst geplant. 

„Wir möchten junge Menschen mit den Grundlagen digital gesteuerter Prozesse vertraut machen“, sagt Johannes Zeck. Er gehört zum Arbeitskreis Digitales Klassenzimmer, der Zukunftstechnologien für Kinder aller Schulen erlebbar machen möchte. Zum Beispiel kann ein Mikroprozessor so programmiert werden, dass Dioden leuchten oder Töne erklingen. „Auch kann man schon mit einfachen Kenntnissen Roboter in Bewegung setzen“, sagt Dr. Eva Bittmann, die zusammen mit Zeck den Arbeitskreis betreut. 

Der Arbeitskreis ist Teil des Forschungs- und Anwendungszentrums für digitale Zukunftstechnologien (FADZ), das derzeit am Marktplatz Lichtenfels und in der ehemaligen Kirschbaummühle entsteht. „Hightech im ländlichen Raum ist möglich. Unsere Aufgabe ist es, Samen in die Erde zu stecken und für ein gutes Klima zu sorgen, damit sie wachsen können“, so Frank Herzog, Vorsitzender des Fördervereins des FADZ. Im Arbeitskreis Digitales Klassenzimmer sollen Schülerinnen und Schüler für die Technologie von morgen fit gemacht werden. „Digital gesteuerte Prozesse begegnen uns heute überall. Dies möchten wir Kindern ab zehn Jahren verständlich und begreifbar machen“, sagt Bittmann. In einem ersten Kernteam mit Lehrkräften aus der Region diskutieren und entwickeln sie Anwendungsfälle, anhand derer inner- und außerschulisch Wissen vermittelt werden soll. 

Aktuell sind aus der Region Lichtenfels Sebastian Faber (Herzog-Otto-Mittelschule Lichtenfels), Annette Hohl (Viktor-von-Scheffel-Realschule Bad Staffelstein), Johannes Mann (Meranier-Gymnasium Lichtenfels), Jens Aumüller (FOS Coburg) sowie Philipp Löser (Maximilian-Kolbe-Schule Lichtenfels) dabei. „Das Digitale Klassenzimmer ist ein traumhafter Marktplatz für Menschen mit und ohne Behinderung, um Inklusion zu erreichen“, sagt Löser. Er sieht die Chancen digitaler Technologien darin, Menschen die körperlich, sprachlich oder emotional eingeschränkt sind, besser teilhaben zu lassen. „Viele unserer Schüler brauchen individuelle Bedien- und Eingabehilfen etwa für Tablets“, berichtet er aus der Praxis. „Am FADZ bieten wir einen Rahmen dafür, solche Hilfsmittel gemeinsam zu entwickeln oder in 3D zu drucken“, so Johannes Zeck. 

Lehrkräfte sollen die Möglichkeit erhalten, mit Schulklassen kostenfrei Technologien wie Virtual Reality zu nutzen. „Die Schülerinnen und Schüler können dann in der virtuellen Umgebung der Lichtenfelser Innenstadt einen Stadtspaziergang simulieren“, nennt Eva Bittmann ein Beispiel. Annette Hohl von der Realschule in Bad Staffelstein fragt: „Mit dem Lockdown im März 2020 brach der Kontakt zu unseren Schülerinnen und Schülern abrupt ab. Wie können wir für die Zukunft robustere Strukturen schaffen?“ Schulübergreifend Ideen zu sammeln, motiviert sie, beim Arbeitskreis dabei zu sein. Von diesem Austausch, neuen Synergien, Ideen und Netzwerkaktivitäten soll das Digitale Klassenzimmer auch in Zukunft getragen werden. Im nächsten Schritt werden die Anwendungsfälle mit Lehrkräften in den Räumen der ehemaligen Buchhandlung Schulze in einem Workshop erprobt.

Der Förderverein des FADZ freut sich über jede Anregung, die die Schulen der Region zum Digitalen Klassenzimmer beisteuern. Weitere Lehrkräfte, die sich im Arbeitskreis engagieren möchten, sind herzlich willkommen. Wer Kontakt zum Digitalen Klassenzimmer sucht, kann sich an Dr.-Ing. Eva Bittmann (E-Mail: eva.bittmann@fadz-foerderverein.de) wenden.