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Das FADZ kooperiert mit dem Handball-Bundesligisten HSC Coburg. Sport trifft Bildung: Die Jugendlichen sollen Handwerkszeug für ihr ganzes Leben und eine Begeisterung für digitale Technologien bekommen. „Es geht im Makerspace um Reparieren statt Wegwerfen, im digitalen Klassenzimmer um den Unterricht der Zukunft, kurz: um Nachhaltigkeit und Bildung“, sagt Frank Herzog, Vorsitzender des FADZ-Fördervereins.

„Das ist ein Meilenstein für uns“, sagt HSC-Geschäftsführer Jan Gorr. „Die Jugend hat Heimweh nach Zukunft. In der Talentschmiede entwickeln wir Persönlichkeiten und beziehen die Eltern mit ein“, sagt Peter Breidenbach, Mentalcoach und Kinderbuchautor. Oliver Groß vom Rhetorikhaus sieht in der Kommunikation den Schlüssel. In einer Pressekonferenz stellten die vier vor, welche Angebote sie den Zwölf- bis 17-Jährigen des HSC machen. „Wir bringen damit unsere drei Prinzipien des Coburger Wegs einen weiteren Schritt voran“, sagt Gorr. Im Profisport wird jedem erfahrenen Profi ein Nachwuchstalent zur Seite gestellt, damit das Voneinander-Lernen gefördert wird. Die Mitarbeiter des HSC sollten möglichst aus den eigenen sportlichen Kadern kommen, damit eine hohe Identifikation mit dem Verein und der Arbeit gegeben ist. Und schließlich soll der eigene Nachwuchs gefördert werden. Bei der Talentschmiede und der Kooperation mit dem FADZ steht diese Förderung im Zentrum. „Wir möchten unseren Jugendlichen Handwerkszeug mitgeben, damit sie den Herausforderungen, die das Leben birgt, gewachsen sind“, sagt Gorr. Und die sind durchaus allumfänglich zu verstehen. Der Workshop mit Oliver Groß im FADZ zeigt das: „Es geht um den Umgang mit Worten, gleichzeitig um den Umgang mit anderen – und das Generationen übergreifend“, sagt Groß. Eine gute Kommunikation schule auch die Toleranz für andere Menschen und Ideen. „Und es geht um Achtsamkeit mit dem Wort“, so Groß. Damit könne man nicht früh genug beginnen. „Kinder lernen das oft deutlich schneller als Erwachsene.“

„Die Zielgruppe des FADZ reicht von 3 bis 99 Jahre. Im Kern geht es um Bildung, Bildung, Bildung“, umreißt Herzog das Spektrum, das das FADZ abbildet. Für die Spieler des HSC besonders interessant dürfte der Makerspace sein, der gerade in Lichtenfels entsteht. Eine Werkstatt die Erfahrungen sammelt und Lösungen findet. Nachhaltig, digital und für alle. Dazu gehört der Schokoladen-Drucker, mit dem man sich Namensschilder für seine Geburtstagsfeier drucken kann ebenso wie eine Holzwerkstatt, ein Metall-3-D-Drucker oder ein Lasercutter. „Niederschwellig kann jeder hier die digitalen Technologien erkunden und sich selbst eine Meinung bilden“, so Herzog. Denn es gibt auch Vorträge, zum Beispiel über Künstliche Intelligenz, Klimaneutralität oder Leichtbau.

Darüber hinaus ist die Kooperation von HSC und FADZ auch ein weiterer Brückenschlag zwischen Coburg und Lichtenfels. Die Hochschule Coburg beginnt mit einem Studiengang „Leichtbau“ ebenfalls im FADZ im April 2022 zum Sommersemester. „Digitale Herausforderungen machen nicht an der Landkreisgrenze halt“, sagt Herzog – und stellt die Chancen für den ländlichen Raum heraus. Auf fünf Stockwerken sollen die Jugendlichen des HSC das erleben und erfahren können. Die Eröffnung des Makersspace ist Ende des kommenden Jahres geplant

Der große Andrang der Jugendlichen bei der ersten Info-Veranstaltung in der HUK-Arena zeige, dass der Bedarf für diese Bildung neben dem Feld da sei, so Gorr. Auch wer einfach nur Handball spielen wolle – ohne Ambitionen auf eine Profi-Karriere – sei beim HSC richtig. „Wir haben in jeder Altersklasse zwei bis drei Mannschaften, damit jeder für sein Leistungsniveau das richtige Team findet“, sagt Gorr. Ein Schnuppertraining sei jederzeit möglich. „Mein Anliegen ist es, Kinder in den Teamsport zu bringen“, sagt Herzog. Die Begeisterung, gemeinsam etwas zu schaffen, sei auch das, was sie im Makerspace erleben können. Ob Handyhalter oder Rucksackschnalle, Teile, die am Fahrrad oder der Angelausrüstung zu Bruch gehen, gemeinsam können sie nachhaltige Lösungen finden.